Freitag, 30. Dezember 2016

[Rezension] Die Seele des Ozeans

Autorin: Britta Strauß
Band 1 von ?
Seitenzahl: 384
Verlag: Drachenmond Verlag
ISBN: 978-3-931989-82-8
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Erster Satz:
Kjell fand in dieser Nacht keine Ruhe.

 Inhalt:

„Geschichten aus den Tiefen der nordischen See erzählen von einer todkranken Schriftstellerin, die sich an die einsame Küste Nordirlands zurückzieht. Von einem geheimnisvollen Fremden mit dem Blut des Meeres in den Adern, der dazu bestimmt ist, für die Liebe das größte aller Opfer zu bringen. Sie erzählen die Geschichte eines weißen Narrwals, und die einer Liebe, so tief wie der Ozean.“
Dieser Klappentext steht auf dem Buch, das Kjell von seiner sterbenden Mutter geschenkt bekommt. Es ist ihr Vermächtnis. Ihr letztes Geschenk an ihn. Kjell flüchtet sich in die Welt des Buches, und beginnt bald zu spüren, wie Fiktion und Wirklichkeit verschmelzen. Die fantastischen Fäden des Romans verweben sich mit seinem Leben, Kapitel für Kapitel erkennt er, wer er wirklich ist – und wie sehr das unglaubliche Mysterium, das sich ihm langsam zwischen den Zeilen offenbart, sein Leben verändern wird. Das Meer verbirgt viele Geheimnisse, aber das Größte lebt in ihm selbst.

 Meine Meinung:
Ich musste mich etwas anstrengen, um mit dem Lesen am Ball zu bleiben, aber es hat sich doch gelohnt.
Zunächst muss ich sagen, dass mich das Meer zwar total fasziniert, dass ich aber alles, was sich unter der Oberfläche tummelt, irgendwie beängstigend finde. Ob es nun Riesenkraken, Meeresungeheuer oder einfach nur die Fische sind... Nein. Absolut nicht meins :D

Jedenfalls war die Stimmung (auch ohne die Fischmonster) sehr düster, bedrückend und traurig. Es gab tatsächlich kaum Stellen, in denen etwas passiert ist, das einfach mal nur gut war. Alles hatte zumindest einen bitteren Beigeschmack. Ich finde es total faszinierend, dass es der Autorin gelungen ist, diese Stimmung das ganze Buch lang aufrecht zu erhalten und zum Ende hin noch zu steigern, sodass mich das Geschehen einfach nicht kaltlassen konnte und ich dann doch tatsächlich für einen kurzen Moment in Tränen ausgebrochen bin.
Die Charaktere waren gut gewählt, denn es waren nur eine Handvoll Personen und die haben auch gut in die Geschichte gepasst. Fae war eine hervorragende Protagonistin für die Geschichte und dadurch, dass auch ihr Sohn in einigen Textabschnitten (die erst nach der eigentlichen Handlung spielen) zu Wort kam, entsteht ein ganz seltsames und doch irgendwie cooles Lesegefühl (sorry, ich finde kein besseres Wort). Man hat schon eine Ahnung, was passieren wird, doch man will ganz dringend wissen, wie das alles denn passiert und ob man überhaupt mit seiner Vermutung auf dem richtigen Weg ist.
Das Ende passt zu der Geschichte, aber ich möchte an dieser Stelle nicht noch mehr verraten.
Die Atmosphäre war schön düster und die Geschichte insgesamt mehr fazinierend als spannend, aber das mochte ich sehr gerne.

Schreibstil:
Das Buch ist ausnahmsweise mal wieder in der 3. Person geschrieben, die ich zwar generell lieber mag, aber an ein oder zwei Stellen hat es dann irgendwie nicht sooo gut gepasst. Allerdings muss ich dazu sagen, dass es ja in den Kapiteln von Faes Sohn in der 1. Person geschrieben ist und das es ja auch anders nicht möglich wäre! Ansonsten unterstützt der Schreibstil den düsteren und melancholischen Charakter des Buches.

Cover:
Ich muss sagen, dass es ganz gut zum Inhalt passt, aber mir wäre es hier sogar lieber gewesen, Kjell, die von Wellen umtosten Felsen oder ähnliches zu sehen, wobei das jetzt auch nörgeln auf hohem Niveau ist! Schön ist es trotzdem.

Bewertung:
4 Sterne für ein schönes düsteres Buch, das allerdings auch eher ruhig ist




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