Sonntag, 11. Dezember 2016

[Rezension] Knochenjob

Autorin: Sarah Adler
Seitenzahl: 271
Verlag: Drachenmond Verlag
ISBN: 978-3-95991-192-4
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Erster Satz:
Manche Dinge geschehen im Jetzt.

Inhalt: 
Drei wissenswerte Tatsachen



  1. Dies ist eine Geschichte über den Tod.
  2. Dies ist eine Geschichte über den Tod, der das Nasenbein gestrichen voll hat von rostigen Sensen und kratzigen Umhängen.
  3. Dies ist eine Geschichte über den Tod, die folgende Dinge beinhaltet:
    • Das Leben
    • Das Schicksal
    • Eine Reise zur Zeit
    • Den todesmutigen Versuch, ein paar Menschen zu retten
    • Und ein zufällig gelüftetes Geheimnis, das alles über den Haufen wirft.
Aber lest selbst.


Meine Meinung:
Knochenjob stand ja nun eine ganze Weile auf meinem Wunschzettel und dann erbarmte sich zum Glück meine Schwester und schenkte mir das Buch zum Geburtstag!
Ich habe es schnell durchgelesen und fand es super witzig! Der Tod hat einen speziellen Humor, mit dem ich ausgesprochen gut zurecht gekommen bin! Der Stil, in dem das Buch geschrieben ist, ist vielleicht etwas ungewöhnlich, aber super cool und eine sehr willkommene Abwechslung!
Die Geschichte selbst erschien mir wie eine Autobiografie vom Tod höchstpersönlich und war (wie bereits gesagt) sehr witzig und unglaublich unterhaltsam.
Die vielen Kollegen von Tod, also Leben, Schicksal, Karma, Zufall, Krankheit und wie sie alle heißen waren allesamt
super schräg und auf eine faszinierende Weise liebenswert, wobei ich den Tod natürlich besonders ins Herz geschlossen habe. Der Arme hat aber auch wenig zu lachen (dabei grinst doch ein Skellettschädel ununterbrochen, haha. .. Nicht witzig?)
Hier eine kleine Textstelle, die ich einfach super schön fand, auch wenn sie nicht gerade das wiederspiegelt, wie der Tod normalerweise drauf ist...
 (zunächst einmal: Der Tod redet gerade mit der Seele eines Menschen, der er soeben erklärt hat, dass alle Erinnerungen und einfach alles, was irgendwie in Verbindung mit den Menschen steht, irgendwann nicht mehr sein wird... und dann sagt er folgendes..)

"Aber ich werde mich erinnern. Du musst keine Angst haben. Ich habe alles gesehen. Wer ihr seid. Woher ihr kamt. Worauf ihr hofft und wie ihr träumt. [...] Das alles wird eines Tages belanglos sein, aber ich war da. Ich habe es gesehen und ich werde mich erinnern - an jedes einzelne Gesicht. Und was wollt ihr mehr als das? Was sonst könntet ihr euch erhoffen? Denn ich werde immer da sein. Lange nach dem Erlöschen des letzten Sternenlichts." (Knochenjob, Seite 156-157) 
Da wird meiner Meinung nach sehr deutlich, dass der Tod ab und an tatsächlich missvertanden wird, wobei er es die meiste Zeit über nicht wird, denn er benimmt sich manchmal schon recht komisch oder macht sich zu viele Gedanken über das, was die Andern in ihm sehen. Aber verstehen kann ich ihn voll und ganz.

Was mich beim Lesen etwas irritiert hatte, war, dass auf einer Seite eine Fußnote ist, die sozusagen zwei mal da ist, denn exakt derselbe Text steht auch schon darüber :P Ich musste beides zwei mal lesen, um das zu kapieren. Aber das war auch ein Einzelall.
Apropos Fußnoten... DIe Fußnoten sind auch besonders cool, denn die Kommentare von Tod sind sehr amüsant zu lesen.

Schreibstil:
Definitiv nicht für jeden was, denn er ist schon etwas gewöhnungsbedürftig. Der Tod schreibt sozusagen eine eigene Biografie und das kann zuweilen etwas ungewöhnlich sein, vor allem, weil der gute Herr Tod einen ganz speziellen Charakter hat. Mir hat es gefallen, ich verstehe aber, dass das wohl nicht bei jedem der Fall sein wird.

Cover:
Das Cover ist soooo schön! Ich liebe es, wenn Buchcover etwas dunkler sind und vor allem, wenn ein so wundervoller Sternenhimmel darauf zu sehen ist! Ich liebe die Sterne und die Farben des Abend-/Nachthimmels einfach und finde, dass das Cover dadurch unglaublich magisch aussieht. Außerdem wird durch die Schrift und die kleinen Symbole super gut der Charakter des Buches aufgegriffen, was mir unheimlich gut gefällt! Das Cover ist einfach todschick!

Bewertung:
Das Buch ist überaus unterhaltsam und witzig, reicht dann aber doch nicht ganz an meine anderen 5 Sterne-Bücher heran, wesshalb ich gerne 4 1/2 vergeben möchte. Es ist einfach toll und ich kann es jedem empfehlen, der mal ein wenig Abwechslung haben will und gut mit dem im Roman vorherrschenden Humor und dem Schreibstil zurechtkommt!



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