Dienstag, 16. Mai 2017

Meine Kurzgeschichte | Das Ende einer Welt

Hey ihr!
Wie ihr vermutlich wisst, schreibe ich in letzter Zeit ganz gerne :)
Ich kenne mittlerweile auch viele Menschen, die ebenfalls schreiben - manche nur so als Hobby wie ich, andere so richtig als Autor - und da bin ich sehr froh drüber, es motiviert nämlich ungemein, wenn man ständig an dieses coole Hobby erinnert wird!
Meine Mutter findet es zwar nicht ganz so klasse, dass ich "ständig vor dem Computer hocke" und meint, dass ich "mal wieder in die Realität zurückkommen soll", aber in Ermangelung einer "richtigen" Beschäftigung (momentan habe ich Probleme mit dem Papierkram nach meinem Umzug nach Österreich, weil die Behörden so ewig brauchen und sich einfach alles in die Länge zieht, sodass ich nicht arbeiten darf, weil ich ja die Papiere und so nicht habe) bleibe ich doch gerne in meiner realitätsfernen Welt, die doch um einiges kreativer und interessanter ist :P
Wer weiß, wann ich wieder so viel Zeit haben werde...

Aber nun zum Thema!
Neben meinem für meine Verhältnisse recht "großen" Projekt habe ich jetzt auch einfach mal so eine Kurzgeschichte geschrieben. Ich betrachte das Alles irgendwie noch als Übung und kann nichtmal sagen, ob mein Geschreibsel jetzt gut ist oder nicht (kommt jetzt nicht auf den Gedanken, ich würde hier in Selbstzweifeln versinken, das stört mich eigentlich nicht wirklich, aber ich kann mich halt nicht richtig einschätzen :P).
Aber eigentlich ist das ja auch egal, schließlich macht es mir ja Spaß :)
(Übrigens stimmt der Text auf meinem improvisierten Cover nicht mehr ganz, ich habe meine Protagonistin umbenannt xD)

*Hier* Könnt ihr die Geschichte auf Sweek lesen, denn in diesem Post poste ich jetzt nur mal den Anfang.

In der Kurzgeschichte geht es um eine junge Frau namens Aura, die die letzte ihrer Art ist und nun darum kämpft, die Kreaturen, die ihr Volk getötet haben, zu vernichten. Aber lest selbst...


Morgen.
Morgen wird die Welt untergehen, und ich werde schuld daran sein.
Die Welt wird nicht mit einem lauten Knall untergehen, nein.
Sie wird still und leise sterben und ihre Splitter werden bis in alle Ewigkeit durch das endlose Nichts wabern.
Mein Name ist Aura und ich trage die Schuld einer ganzen Zivilisation auf meinen Schultern, denn ich bin die letzte. Mit mir wird alles enden.


Mit energischen Schritten stapfte ich durch das Moor. Meine Füße schmerzten und ich war darauf bedacht, den bekannten Pfad nicht zu verlassen, denn würde ich das tun, würde mich das Moor verschlingen. Wie schon unzählige Wesen vor mir.
Manchmal bildete ich mir ein, das lautlose Flüstern der verlorenen Seelen zu hören, wenn ich an ihren nassen Gräbern vorbeihuschte. Breac, mein ehemaliger Mentor, hatte davon nie etwas hören wollen. „Aura, die Geister der Toten weilen schon lange nicht mehr auf unserer Erde. Deine Stimmen sind nichts weiter als Hirngespinste, also vergiss sie.“, hatte er mir stets gesagt, wenn ich auf das geisterhafte Raunen zu sprechen gekommen war. 
Geglaubt hatte ich ihm nie.
Woher sollte er es auch wissen? Er war mein Mentor, ja. Aber auch er war nicht allwissend. Niemand war das. Ebenso wie niemand hatte vorhersehen können, was passieren sollte.
Gedankenverloren folgte ich dem Pfad, den ich schon viel zu oft gegangen war. Dünne Nebelschwaden hingen über dem Moor und es war totenstill. Kein Lufthauch wirbelte den milchigen Schleier auf und meine dumpfen Schritte verhallten ungehört. Ein Schauer jagte meinen Rücken hinunter, während ich über einen verkrüppelten Ast kletterte und meine Gedanken zu den vielen Seelen wanderten, die ohne mich von dieser Welt gegangen waren. 
Ein Zufall.
Nur ein winzig kleiner Zufall war schuld daran, dass ich nun ganz allein hier war und versuchte, tausende Welten vor dem Untergang zu retten. Aussichtslos. Aber ich musste weiter machen. Musste den Plan verfolgen, den mir das Schicksal auferlegt hatte. Was hätte ich anderes tun können? Mich unter einem Baum zusammenrollen, weinen und darauf warten, ebenfalls von einer dieser Bestien verschlungen zu werden?
Der Boden unter meinen Füßen wurde fester, als ich am Fuß des Felsens ankam, der das erste Ziel meiner Wanderung darstellte. Er war nicht besonders groß, nicht viel mehr als ein größerer Steinbrocken und kaum fünf Mannslängen hoch. Dennoch wirkte er sehr eindrucksvoll, wie er aus den Nebelschwaden ragte und allen Widrigkeiten trotzte.

Der Weg aus den Tiefen der verlorenen Stadt hatte mich hierher geführt, denn in ihren unterirdischen Schächten hatte ich gefunden, wonach mein Volk schon so lange gesucht hatte. Ein Stein, der selbst in der tiefsten Dunkelheit schimmerte. Fast durchsichtig und mit einem winzigen, pochenden Herzen darin. Lange hatte ich danach gesucht, wie schon viele Menschen vor mir und nun hielt ich ihn endlich in meinen Händen. 
Ich hätte erwartet, dass er sich besonders anfühlen würde. Vielleicht warm, wie etwas Lebendiges oder dass er ein Prickeln auf der Haut hinterlassen würde, wenn man ihn berührte. Doch der kleine Stein fühlte sich nicht anders an, als es jeder andere glatte Stein tat. Wäre das kleine, pochende Herz darin nicht gewesen, ich hätte nie bemerkt, dass er etwas Besonderes war. 
Gefunden hatte ich ihn in einer der alten Minen, deren Schacht beinahe eingestürzt war. Was mich dorthin verschlagen hatte, wusste ich nicht, doch ich fand den Stein, als hätte er mich zu sich gerufen. Vielleicht hatte er das sogar.
Zielsicher war ich bis ans Ende des Ganges gelaufen, hatte mir eines der Werkzeuge genommen und zwei Stunden lang auf die Wand eingeschlagen, bis ich den winzigen Stein freigelegt hatte. Direkt danach hatte ich mir meine Sachen geschnappt und war losgezogen, um zu dem Felsen zu gelangen, der nun vor mir aufragte. Hier wartete der letzte Schlüssel auf mich.

Mit geübten Bewegungen zog ich mich an der rauen Felswand hinauf. Meine Hände und Füße fanden zielsicher die kleinen Spalten und Erhebungen im Fels und behände erklomm ich den Felsen. Oben angelangt klopfte ich mir den Dreck von den Fingern und ging zu dem Steinbrocken, der so verloren auf seinem großen Bruder thronte. Ich ging in die Knie und rollte ihn mit einigem Kraftaufwand beiseite, woraufhin er ein Loch freigab, in das meine Hand gerade so hinein passte.
Vorsichtig glitten meine Finger in das Loch und tasteten darin herum. Immer tiefer fasste ich in den Fels hinein. Mit aller Kraft versuchte ich, nicht daran zu denken, was dort unten leben könnte. Allein bei dem bloßen Gedanken an kleine krabbelnde Tierchen, die meinen Arm hinaufkrochen, lief mir ein unangenehmer Schauer über den Rücken. 
 Nicht nachdenken. Mach einfach. 
Als ich schon beinahe bis zum Ellenbogen in dem Loch versunken war, berührten meine Finger etwas. Erleichtert schlossen sie sich um den Gegenstand und ich holte das winzige Fläschchen hervor, das meine Vorfahren darin versteckt hatten. 


Wenn euch der Ausschnitt gefallen hat, könnt ihr gerne auf Sweek vorbeischauen und den Rest lesen ♥ -> hier entlang.

 Man liest sich!
Eure Emely ♥

Kommentare:

  1. Hallo!

    Ich habe mir deine Geschichte durchgelesen, alles. Ich finde sie ganz schön. Die Handlung an sich ist jetzt nicht der Reißer, aber du hast einen tollen, fast poetischen, Schreibstil. Habe eher das Gefühl das nicht die Aktion im Mittelpunkt stand, sondern das du eher ein Gefühl rüberbringen wolltest. Ist zumindest mein Eindruck. Mir hat es gefallen. ;-)

    Viele Grüße
    Twineety

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  2. Hallo :)
    Du hast recht, die Handlung war mir hier nicht so wichtig :D danke für das tolle Kompliment!
    Alles Liebe,
    Emely

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