Mittwoch, 10. Mai 2017

Rezension | Joli Rouge

Autorin: Alexandra Fischer
Seitenzahl: 400
Verlag: Drachenmond Verlag
ISBN: 978-3-95991-073-6
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Erster Satz:
In Émile keimte der Wunsch auf, sich über Bord der Barke zu stürzen.

Klappentext:
»Ich werde niemals einen Mann heiraten, der über mich befiehlt«, schmetterte Jacquotte ihm entgegen. »Ebenso wenig wie ich jemals einen Mann heiraten werde, über den ich zu befehlen vermag.«

La Española, 1656: Das Gesicht der Westindischen Inseln beginnt sich zu verändern. Einst von Spanien dominiert, beginnen sich die Mächte mit den eintreffenden Seefahrernationen England, Frankreich und Holland zu verschieben. Es ist die Welt der Bukaniere, in der die junge Jacquotte Delahaye aufwächst. Eine Welt der Männer, wie sie sehr bald feststellt, beherrscht von der Bruderschaft der Küste, die nach ihren eigenen Regeln lebt und in der Frauen nicht erwünscht sind. Mit dem ihr eigenen Stolz stellt sie sich den Herausforderungen dieser unsteten Zeit, in der man nur selbstbestimmt leben kann, wenn man ein Mann ist. Wird es ihr gelingen, der Bruderschaft beizutreten und ihren eigenen Weg zu gehen?

Ein historischer Roman über eine der wenigen Piratinnen, die in diesen harten Zeiten überleben konnte.

Meine Meinung:
Ich liebe Piratengeschichten, davon gibt es viel zu wenige (oder kenne ich sie nur nicht?).
Joli Rouge hatte ich schon seit einer Weile im Blick und wollte es unbedingt lesen. Als das Schätzchen dann schließlich den Weg zu mir gefunden hat, habe ich mich gerne an die Geschichte gewagt, obwohl sie weder Fantasy noch Dystopie ist, was die beiden Genres sind, die ich bevorzugt lese.
Mir hat die Geschichte sehr gut gefallen und besonders der Geschichtliche Hintergrund, der immer wieder aufgegriffen wurde, war sehr interessant.

Ich mag die Protagonistin sehr gerne, sie ist ein ungewöhnlicher Mensch und super interessant. Auch die anderen Charaktere waren so super unperfekt und alles war sehr stimmig.
Es gab so viel zu entdecken und man ist während des Lesens auch an vielen verschiedenen Orten gestrandet.
Der Karibik-Flair kam auch super gut rüber, es war einfach mal etwas ganz anderes als die Bücher, die ich sonst so lese.
Die Geschichte zieht sich über einen sehr langen Zeitraum und ich fand die Entwicklungen der Charaktere schön zu beobachten.
Jacquotte ist überhaupt nicht wie ich, trotzdem konnte sie mich als Protagonistin überzeugen und ich mag sie auch irgendwo ganz gerne. Ihre Probleme sind verständlich und sie ist eine bewundernswerte Persönlichkeit. Ein weiterer Charakter, den ich unbedingt noch erwähnen möchte, ist Tête-de-mort, der düster, geheimnisvoll, gefährlich und doch so liebenswert ist. Er ist mein absoluter Lieblingscharakter in dem Buch!
Das einzige, was mir nicht so gut gefallen hat, waren die vielen Namen. Es gibt ziemlich viele Männer, die sich ähneln und die wechseln auch noch ihre Namen... So gut ich die Charaktere in Büchern sonst unterscheiden kann, hier bin ich kläglich gescheitert. Dazu hatten manche Charaktere einfach zu wenig Wiedererkennungswert und es waren auch einfach zu viele Namen, die sich änderten oder einfach zu ähnlich waren.
Insgesamt hat das zwar nicht allzu sehr gestört, schade fand ich es trotzdem.
Nur am Anfang des letzten Drittels zog sich die Geschichte etwas, ansonsten war sie durchgehend spannend und sehr unterhaltsam!
Der Ausflug in die Karibik war wundervoll und ich kann Joli Rouge sehr empfehlen, wenn ihr Piraten mögt, gerne einen Hauch historische Geschichte dabei habt oder einfach mal ein Abenteuer mit einer überaus mutigen Frau erleben wollt :)

Schreibstil:
Was soll ich sagen? Er passt einfach wunderbar zu der Geschichte. Nicht zu emotional, nicht zu langweilig und die 3. Person sowie die paar Perspektivwechsel passten ebenfalls sehr gut.

Cover:
Ich finde es sehr hübsch, wobei die Frau nicht ganz so aussieht, wie ich mir Jacquotte vorstellen würde. Mit den Lippen würde sie wohl nicht als Mann durchgehen.
Außerdem wirkt es vielleicht ein wenig zu Fantasy-Mäßig.
Trotzdem finde ich es sehr hübsch und es war einer der Gründe, aus dem ich mir das Buch überhaupt näher angesehen habe.

Bewertung:
Solide 4 Sterne für eine super interessante und spannende Geschichte, die mich begeistern, aber doch nicht ganz vom Hocker hauen konnte. 


24. Welche 4 Bücher wurden in den offiziellen Leserunden der 1. Runde unserer Challenge gelesen?
-> Bianca: Wir fliegen, wenn wir fallen

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