Ein paar persönliche Weltgedanken zur Umwelt und dem Leben

1/30/2019
Sicher habt ihr bemerkt, dass es auf diesem Blog in letzter Zeit etwas stiller ist. Genau genommen seit Anfang des Sommers.
Was ist da passiert?
Nun, sehr vieles.
Erstmal vorweg: Das hier wird kein Jammerpost und auch keine Entschuldigung. Ich möchte euch nur erzählen, was ich denn im letzten halben Jahr so getrieben habe.

Ein Thema, das mich schon sehr lange beschäftigt, ist die Umwelt. Nein, eigentlich ist es viel mehr. Seit ich in der Grundschule das erste Mal von der Zerstörung des Regenwalds, verschmutzten Meeren, Klimaerwärmung und all den anderen Dingen gehört habe, kreisen meine Gedanken immer wieder um diese und ähnliche Themen.
Dazu gehören auch der Ökologische Fußabdruck, Fairtrade und was es da sonst noch so gibt.
Für mich ist es eine absolut furchtbare Vorstellung, dass Menschen, Tiere und die gesamte Natur leiden, weil ich mir ein Kleidungsstück, Möbel, Essen, Kosmetikprodukte oder anderes kaufe.

In der Grundschule habe ich vom Regenwald gehört und erstmal ewig lange geweint. Ich habe ein Plakat gebastelt, mich aber nie getraut, es in der Schule aufzuhängen.
Und seitdem habe ich immer wieder Lösungsansätze für all diese Probleme gesucht. Im Kleinen und im Großen. Und doch wollte nie etwas wirklich klappen.

Mittlerweile bin ich erwachsen und habe dadurch weitaus mehr Möglichkeiten, mein Leben zu verändern.

Wie das damit zusammenhängt, dass ich in letzter Zeit wie vom Erdboden verschluckt war?
Nun, ich habe mich so weit hineingesteigert, dass ich nicht mehr klar gekommen bin.

Darauf folgte erstmal die Erkenntnis, dass ich nicht alles über Nacht oder alles gleichzeitig ändern kann, ohne mich selbst aus dem Blick zu verlieren. Ich finde, dass es unfassbar wichtig ist, eine gute Balance und vor allem ein Tempo zu finden, das für einen funktioniert.
Nein, man muss sich nicht jeden Tag Artikel zur Umweltverschmutzung, Massentierhaltung, Plastik im Meer und und und ansehen. Wenn man es damit übertreibt, dann lähmt es einen. Manche sind da vielleicht robuster als ich, aber in mir steckt noch immer das kleine Mädchen, das den brennenden Regenwald sieht und erstmal stundenlang weint. Wenn auch innerlich.

Ich habe mir Anfang des Sommers viel zu viel auf einmal vorgenommen. Dennoch war es - wie ich finde - ein sehr wichtiger Schritt. Ja, es hat verdammt weh getan (tut es noch), aber ich habe einiges gefunden, das ich jetzt in einem machbareren Tempo umsetzen werde.

Bei meinen Recherchen bin ich über einige interessante Dinge gestolpert, die meine eigenen Ideen im Kern beinhalten... und im Gegensatz dazu viel ausgereifter sind. Wie etwa die NoWaste-Bewegung, diverse Blogs mit veganen Rezepten, Plastikvermeider und so vieles mehr. Es gibt gefühlt an jeder Ecke Menschen, die etwas bewegen wollen - und das macht Hoffnung.
Vor mir waren schon so viele Menschen, die angefangen haben, etwas zu ändern. Es wird langsam aber sicher einfacher, nachhaltig zu leben.
Es gibt fairtrade Mode, vegane Biokosmetik, die man sich leisten kann und die auch was taugt, Biolebensmittel, Unverpacktläden, Shops, die sich auf Müllvermeidung spezialisieren und nebenbei noch Bäume pflanzen... Diese Liste könnte ich ewig lang fortsetzen.

In vielen Lebensbereichen habe ich schon vor längerer Zeit - zugegebenermaßen recht unkoordiniert - einiges verändert. Auf den ersten Blick ist es ernüchternd: Trotz des Versuches, weniger Plastik zu verbrauchen, ist der Mülleimer dennoch ständig voll. Im Supermarkt laufe ich durch die Regale und sehe kaum etwas, das nicht in Plastik verpackt ist. Ich habe nicht das Geld, um dauerhaft an zig Projekte zu spenden, obwohl es so vieles gibt, das ich gerne unterstützen würde. Die Sachen in meinem Badezimmer sind nur wenige und ausgewählt, allesamt Naturprodukte - aber doch fast alle in Plastik verpackt. Bambuszahnbürste? Klingt super, aber die Borsten sind ja trotzdem aus einem (wenn auch nicht ganz so furchtbaren) Plastik. Petitionen unterschreiben ist eine gute Sache, aber man kann nicht ewig lange am Laptop sitzen und danach suchen, unterschreiben, Mails bekommen, zu Artikeln weitergeleitet werden, nochmal was unterschreiben... Oh, es ist ja schon 3 Uhr morgens. Gesund ist das auf Dauer zumindest nicht. Ein Patenwal, eine Patenschildkröte und hier nochmal X€ für ein Projekt, das Müll aus dem Meer fischt - gute Sache, aber man braucht als arme Studentin eben doch sein Geld, um über die Runden zu kommen. Vor allem, wenn man bedachter einkaufen will...
Und so geht die Liste immer weiter.

Ich glaube, dass es wichtig ist, im Blick zu behalten, wie vieles man schon umgestellt hat. Denn dann (so zumindest meine Philosophie) gibt man nicht einfach mit Blick auf das Gesamtbild auf, sondern arbeitet immer weiter daran, die vielen kleinen Details zu verbessern.
Es gibt immer ein Aber, irgendwo stößt man immer auf unerwartete Hindernisse oder es ist gerade einfach noch nicht möglich, dies oder jenes durchzuziehen. Aber das heißt nicht, dass es mit der Zeit nicht doch klappen wird.

Nein, das mit dem Vegan klappt irgendwie noch nicht so gut, aber immerhin geht es in die richtige Richtung. Fertiggerichte gibt es kaum noch und wenn, dann nur Bio und mit möglichst wenig Zutaten. Das ist okay - das Rezept für die Tomatensoße muss ja auch erstmal gefunden werden. Wie gefühlt zwanzigtausend andere auch. Dass man die nicht alle an einem Tag beisammen hat und umsetzen kann, ist okay. Die Milch ist bereits gegen Nussmilch ausgetauscht worden, aber der Käse im Kühlschrank... Auch dafür muss man ja erstmal eine Alternative haben. Was kann man noch auf dem Brot essen? Oder isst man gleich was ganz anderes zum Frühstück? All diese Dinge brauchen Zeit. Zeit, um sich an die neuen Dinge zu gewöhnen. Zeit, einen neuen, besseren Weg zu finden.

Und so ist das in allen Bereichen. Der Bioladen des Vertrauens muss erst gefunden werden, die wiederverwendbaren Netze für das Obst gekauft werden. Chemiefreie Haushaltsmittel müssen gefunden werden, ebenso wie viele andere Anlaufstellen.
Dass das nicht innerhalb weniger Tage machbar ist, ist klar.

Was ich mit diesem (zugegebenermaßen sehr spontanen und unsortierten) Post wollte?
Ich wollte euch sehen lassen, was mich beschäftigt, womit ich gerade zu kämpfen habe. Und wenn unter euch einige sind, die ähnliche Probleme haben wie ich - gebt nicht auf! Es ist schwer, alte Gewohnheiten zu ändern, Probleme zu erkennen, sie sich einzugestehen und daran zu arbeiten.



Hier noch einige Links zu Beiträgen, die mich heute zum Nachdenken gebracht haben:
https://mehralsgruenzeug.com/deine-entscheidung-wie-du-lebst/
http://www.pfauen-auge.de/2018/03/19/kafka-kassandra-


Ich hoffe, dass ich euch ein bisschen was mitgeben konnte.
Was habt ihr bisher für Erfahrungen gemacht? Was für Problemen seid ihr schon begegnet und wie weit beschäftigt ihr euch mit diesen Themen?

Kommentare:

  1. Huhu Emely,

    ich beschäftige mich seit ca 1,5 Jahren auch noch intensiver mit dem Thema Nachhaltigkeit, Plastikreduzierung usw. Mir war aber von Anfang an klar, dass ich nicht die Welt retten kann. Und auch nicht von heute auf Morgen mein Leben komplett umstellen kann. Daher gehe ich auch kleine Schritte, versuche jeden Monat etwas Neues zu ändern/verbessern. Und man sollte nichts auf Zwang machen. Wenn man sich z.b. mit veganer Ernährung nicht wohl fühlt, dann muss man das auch nicht. Ich esse nahezu kein Fleisch mehr, das ist kein Problem für mich, aber auf Milchprodukte könnte ich nicht verzichten. Ich bin auch der Meinung, dass eine vegane Ernährung nicht der einzige richtige Weg ist - denn man wird niemals alle Menschen dazu bewegen können. Entsprechend wird es Tierhaltung immer geben. Daher ist es mir wichtiger, auf eine ökologische Tierhaltung zu setzen. 😊 Nur mal als Beispiel. Es gibt viele Möglichkeiten, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, nur wie gesagt, gehe es lieber langsam an als überhaupt nicht. 😊

    LG Alica

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    1. Hallo Alica!

      Lieben Dank für deine lange Antwort <3
      Ja, irgendwie ist das natürlich klar, aber man kann sich trotzdem schnell hineinsteigern. Zumindest ging es mir so ':D
      Oh ja, auf Zwang kann das wirklich nicht gutgehen! Ich esse nur noch hin und wieder Fleisch, aber ich würde da schon gerne drauf verzichten. Allein, weil ich es auch nicht so mag. Käse mag ich dagegen extrem gerne, aber ich habe ständig ein schlechtes Gewissen, wenn ich viel davon esse. Darum schaue ich da auch mal, was sich machen lässt - das ist aber nicht meine oberste Priorität :D Mein Plan ist gerade auch eher, nahezu vegan zu leben, bzw mehrere Tage in der Woche nur vegan zu essen. So halb-flexibel, damit sich damit erstmal vernünftig leben lässt :)
      Ja, die Tierhaltung wird es wohl immer geben, da hast du recht. Deinen Weg finde ich in der Hinsicht auch eine gute Lösung <3

      LG Emely

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  2. Huhu Emely,
    das ist ein interessanter Post von dir. Ich beschäftige mich auch mit solchen Themen, aber mir ist auch klar, dass ich die Welt nicht allein retten kann und eben meinen Beitrag leisten kann. So gibt es für mich kein reinsteigern. Ich tue mein Bestes und spreche darüber, aber halt in Maßen. Andere müssen selbst wissen was sie wollen, aber Gedankenanstöße finde ich immer toll!
    Liebe Grüße, Petra

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