Dienstag, 17. April 2018

Rezension | Die fünf Gaben von Rebecca Ross

Klappentext:
Wie jedes Mädchen im Haus Magnalia fiebert Brienna der Sommersonnenwende entgegen. Denn dann wird sie zur Berufenen erklärt und kann ein neues Leben bei einem Gönner beginnen. Sie lässt sich auf das Angebot eines Lords aus dem Norden ein, auch wenn sie dafür schweren Herzens von ihrem Lehrer, Master Cartier, Abschied nehmen muss. Kaum ist sie jedoch im Reich Maevana angekommen, steht mehr als ihr Glück auf dem Spiel: Mit ihrer besonderen Gabe soll sie den König stürzen und somit ihre Vorfahren verraten. Als sie Cartier schließlich wiederbegegnet, muss sie sich entscheiden, ob sie ihrer Familie oder ihrem Herzen die Treue hält.
(Text: Carlsen)



Meine Meinung:
Ich habe das Buch als Rezensionsexemplar gewonnen. Vermutlich hätte ich es mir nicht gekauft, aber so war ich neugierig genug, um an dem Gewinnspiel teilzunehmen. Tatsächlich bin ich sehr froh darüber, durch diesen Zufall zu dem Buch gekommen zu sein, denn es hat mir sehr gut gefallen.
Zunächst konnte ich mir nicht wirklich vorstellen, was mich erwartet, denn der Klappentext ließ (für mich) sehr viele Möglichkeiten zu - nicht alle nach meinem Geschmack. Also begann ich zu lesen. Der Schreibstil der Autorin lässt sich wunderbar lesen. Ich bin selten irgendwo hängengeblieben und fand ihn vor allem auch in Bezug auf die Zeit, in der das Buch spielt, sehr passend.
Auch inhaltlich hat mir die Geschichte sehr gefallen, wobei ich ein paar winzige Abstriche machen muss - aber dazu später mehr. Besonders die Idee der fünf Gaben mochte ich. Es ist nichts magisches daran, seine Passion zu meistern. Zumindest nicht direkt und dennoch wirkte es beinahe so. Das ist für mich ein sehr greifbarer Zauber gewesen, den das Buch da versprüht. Auch die zwei Länder, die unterschiedlicher nicht sein könnten, haben mich fasziniert. Brienna mit ihrer Zerrissenheit zwischen beiden Orten, denen ihre Eltern entstammten, hat das Übrige getan.

Da die Gaben zwar besonders im ersten Teil des Buches relevant waren, aber nicht der Hauptpunkt für die Handlung waren, gab es sehr viel interessantes zu entdecken und auch verschiedene Fäden und Hinweise, die am Ende ein ganzes ergaben. Hier habe ich meinen ersten Kritikpunkt, denn meiner Meinung nach gab es Hinweise, die ins Nichts führten, obwohl sie sehr wichtig erschienen. Nach dem ersten Drittel des Buches war ich etwas frustriert, da ich plötzlich ahnte, worauf alles hinauslaufen würde. Das kam mehrmals vor und ganz falsch lag ich nicht. Allerdings haben die Differenzen zwischen dem, was ich erwartet habe und dem, was wirklich passiert ist, nicht gut zusammengepasst. Ich fand daher einige kleine Details unstimmig, was mich in meiner Begeisterung für das Buch etwas hemmt. Dennoch waren es nur Kleinigkeiten und nichts davon hat dem buch wirklich einen Abbruch getan.
Die Orte, an die Brienna gereist sind, hatten allesamt ihren Flair und konnten mich begeistern. Sie waren sehr verschieden und einzigartig, wobei sie stets ihren eigenen Charakter entfaltet haben und weder zu viel, noch zu wenig Platz im Buch einnahmen.
Was die Charaktere anging, so haben mir die meisten sehr gefallen. Ich mochte Briennas Ardensschwestern und fand es schön, dass sie alle auf einzigartige Art und Weise mit ihrer Passion verbunden waren. Schauspiel, Kunst, Musik... Dadurch wirkten sie sehr authentisch und sehr rund dafür, dass sie nur am Rande vorkamen. Ein Charakter, den ich wirklich sehr liebgewonnen habe, war Cartier - Briennas "Lehrer". Er hat eine wundervolle ruhige und unverwechselbare Art. Er hat meiner Meinung nach von allen Charakteren mit Abstand am meisten Charakter.
Aber auch im späteren Verlauf der Handlung tauchten Charaktere auf, die in meinen Augen sehr ausdrucksstark waren. Um nicht zu spoilern, gehe ich nicht weiter auf diese ein, doch sie haben alle sehr unterschiedliche Emotionen in mir hervorgerufen.
Was mich jedoch in der zweiten Hälfte sehr gestört hat war, dass mir zwei Charaktere viel zu extrem vorkamen. Plötzlich waren sie nicht mehr rund. Es wirkte etwas überspitzt. In dem Teil kam es mir dann auch so vor, als sei der Fokus irgendwie verrutscht. Als hätte die Autorin plötzlich etwas wichtiges fallengelassen und dafür anderes in den Vordergrund gestellt, das da meines Empfindens nach nicht hingehörte.
Die genannten Kritikpunkte sind allerdings wirklich nur winzig, sie sind mir vermutlich so stark im Gedächtnis geblieben, weil sie die schöne Harmonie gestört haben.
Das Ende war anders, als ich erwartet hatte, aber dadurch nicht unpassender. Mir sind ein paar Kleinigkeiten im Kopf geblieben, die das Ende nicht ganz Rund erscheinen lassen, aber auch diese stören nur minimal, sodass ich mit gutem Gewissen sagen kann, dass Die Fünf Gaben ein unglaublich tolles Buch ist.



Info:
Autorin: Rebecca Ross
Band: 1 von 3
Seitenzahl: 496
Verlag: Carlsen
ISBN: 978-3-551-58363-5

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen